Pflanzen als Heilkruter in der Ernhrung unserer Vgel
Majoran und Oregano
Origanum majorana - Origanum vulgare

Diese beiden Stauden besitzen zahlreiche Gemeinsamkeiten, sodass sie gemeinsam vorgestellt werden knnen.
Die 25 - 50 cm hohen Triebe tragen sehr aromatisch richende Bltter. Die weien, rosa- oder purpurfarbenen Blten stehen in dichten Scheinhren und erscheinen im Sommer. Da Majoran (O.majorana) nicht so winterhart wie Echter Dost (O.vulgare) ist, wird er hufig einjhrig kultiviert.

Beide Arten kann man als Pflanzen mit einem natrlichen Antibiotikumgehalt bezeichnen.
Ihre vornehmlich positive Wirkung entsteht im Magen-Darm-Trakt. Es ist kein Geheimnis mehr, dass wenn es zu einem Ungleichgewicht der Darmflora, speziell einer Vermehrung von e-Coli Bakterien oder Kokzidien kommt, die Leistung der Tiere leidet und Jungtiere sogar verenden knnen.
Anwendung findet Origanum in der modernen Geflgelindustrie, die aus Grnden des Verbotes von Antibiotika nach Problemlsungen sucht.
Die Natur hilft und dabei und stellt uns ein wirkungsvolles "Waffenarsenat" gegen Bakterien zur Verfgung.
Im Mittelalter bis in der Neuzeit galten Zubereitungen thrischer le als "Antibiotikum fr Arme".
Im Oregano-l sind die beiden Hauptwirkstoffe Carvacrol und Thymol enthalten. Sie dienten bereits im alten gypten, wegen ihrer bakterieziden und fungiziden Eigenschaften zur Konservierung der Mumien.

Oregano ist ein Wirkstoff von rein biologischer Natur, mit der vergleichbaren Wirkung eines Antibiotikums.
In einigen Fllen ist es den Chemie-Produkten sogar noch berlegen.
Das ist einer der Grnde, warum Natur Zukunft hat.

Gesammelt wird die ganze Pflanze.

Oregano verwenden wir seit Jahren, als therisches l mit sehr guten Erfolgen im Bereich der Vogelzucht und Haltung.
Echter und Feldthymian
Thymus vulgaris - Thymus serpyllum

Thymian ist eine kleine Staude von 3 - 30 cm Hhe, die kleine graugrne Bltter besitzt.
Der Strauch blht von Juni bis Juli mit flierderfarbenen Blten in kpfchenartigen Bltenstnden.
Auch der Duft des nah verwanten Feldthymian oder auch Quendel genannt, erinnert an die Lnder des Mittelmeeres.

Gesammelt wird das blhende Kraut. Es enthlt thrische le mit einem hohen Anteil an Thymol. Es bertrifft im Bereich der Heilwirkung noch den Oregano.

Thymian wirkt fulniswidrig, fiebersenkend, beruhigend, geruchsmindernd und krampfstillend. Weiterhin krftigend, anregend, verdauungsfrdernd, hilft bei Atemwegsinfekten, zur Behandlung von Durchfllen und Darminfekten. Auch wirkt er blutstillend.

Zur Anwendung kommt er bei uns in Pulverform und wird ber das Ei-, Keim-, Quell-
oder Krnerfutter verabreicht.
Auch kann man diesen sehr gut in die Nester und Nisthhlen der Vgel geben um einem
Befall mit Parasiten vorzubeugen.

Groe Brennessel
Urtica dioica

Ausdauernde, bis 150 cm hohe Pflanze mit kriechendem Wurzelstock und vierkantigem Stengel, der ebenso wie die Bltter mit langen Brennhaaren besetzt ist.

Die Brennessel ist, von der Wurzel angefangen, ber Stengel und Bltter bis zur Blte heilkrftig. Sie stand bereits im Altertum in hchstem Ansehen.

Sie enthlt mineralische Spurenelemente, Kieselsure, Vitamin A und C, die Brennhaare besitzen ferner noch einen histaminhnlichen Stoff, der die Hautreizungen verursacht.
Die Brennessel ist unsere beste blutreinigende und gleichzeitig blutbildende Heilpflanze.

Gesammelt werden alle Pflanzenteile von April bis Juli.
Kleingeschnitten und getrocknet kann sie dem Eifutter zugesetzt werden.
Weiterhin kann man auch einen Tee bereiten, welcher den Tieren als Trinkwasserersatz
ber 14 Tage bis 3 Wochen, als Kur gegeben wird.
Geschmacklich kann man den Tee noch mit Kamille oder Pfefferminze verfeinern.
Spitz- und Breitwegerich
Plantago lanceolata - Plantago major

Es ist heute wie damals. Beide finden sich auf allen Wiesenwegen und Rainen, in Grben und feuchten dland und kommen praktisch auf der ganzen Welt vor.

Beide Wegericharten werden in erster Linie gegen alle Erkrankungen der Atmungsorgane angewendet, besonders bei starker Verschleimung.
Aber auch bei Verdauungsstrungen kommen sie zum Einsatz.
Breitwegericht ist ein geschtztes Wundkraut. Wegen seiner entzndungshemmenden Wirkung werden die frischen Bltter, gepre und etwas zerrieben auf die Wunde gelegt.

Gesammelt werden bei beiden Wegericharten die Bltter. Welche frisch angewand oder auch getrocknet und als Tee verwendet werden.
Die Bltter enthalten Schleim, Gerbstoffe, Saponine und das Glykosid Aucubin.

Bei Hautverletzungen und Wunden lege ich generell Wegerichbltter auf, bzw. reibe die Stelle mit Presaft ein. Der Erfolgt spricht fr sich.
Gemeiner Lwenzahn
Taraxacum officinale

Ausdauernde, 2 - 50 cm hohe, Milchsaft fhrende Pflanze. Kommt vornehmlich auf Wiesen und Wegrndern vor. Er blht im April, Mai auf allen Rainen, Wiesen und Grasflchen. Ein gelber Bltenteppich, der uns jedes Jahr immer wieder hell begeistert.

Zwei hervorstechende Eigenschaften zeichnen diese Pflanze aus: sie hilft bei Gallenleiden und Lebererkrankungen. Sie ist aber auch bei Darmtrgheit, Fettsucht, Gicht, Reuma, Zuckerkrankheit, Appetitlosigkeit und Hauterkrankungen wie Hautjucken, Flechten und Ausschlgen angezeigt.

Man sammelt die Bltter vor der Blte, die Wurzeln im Frhjahr oder Herbst, die Stengel whrend der Bltezeit. Die ganze Pflanze ist heilkrftig.

Sie kann frisch als Salat oder kleingeschnitten, als Presaft, oder Teeaufgu zur Anwendung kommen. Ich fttere in den Wintermonaten kleingeschnittene und getrocknete
Pflanzenteile, welche vorher Sausage Ruske, Mhrenrieb oder Eifutter vermengt werden.
Tpfel-Johanniskraut
Hypericum perforatum

Johanniskraut ist ein echtes Naturheilmittel, das durch seine Vielzahl an Inhaltsstoffen ganzheitlich wirkt, indem es die Ursachen von Krankheitserscheinungen bekmpft, also die Selbstheilung strkt.

Seine Inhaltsstoffe sind Hypericin, Hyperforin (natrliches Antibiotika), Flavone und Bioflavonoide, Gerbstoffe, therisches l, Harz und vieles mehr, natrlich auch Vitamine und Mineralstoffe.

Johanniskraut weist ein breites Heilspektrum auf, welches die meisten Zchter nicht kennen. Seine Wirkungen sind unter anderem:
- antibakteriell und antiviral (wirkt gegen Bakterien und Viren)
- antihelminthisch (gegen Wrmer)
- entzndungshemmend
- blutstillend
- gefschtzend
- sekretionsanregend (frdert die Verdauung)
- Hemmung der Entstehung entarteter Zellen (Krebs)
- Schutz der Zellmembranen

Natrliche Antibiotika zerstren die gesunde Darmflora nicht und frdern darber hinaus die krpereigenen Selbstheilungskrfte.
Folglich wird das Immunsystem nicht geschwcht, berfordert oder gar blockiert, sondern grundstzlich gestrkt.
Bei den natrlichen Antibiotika treten keine schdlichen Nebenwirkungen auf, die Dosis muss nicht gesteigert werden damit die Wirksamkeit erhalten bleibt und die Krankheitserreger knnen keine Resistenz gegen das Antibiotikum bilden.

Johanniskraut frdert vor allem das Immun-, Hormon- und Nervensystem sowie die Verdauung.
Es gilt darber hinaus als erstklassiges Mittel bei inneren Wunden (blutstillend). Auf welche Stoffe die Wundheilung beruht, ist bislang nicht untersucht, aber es drften die Hohen Mengen an Vitamin K1, Zink und bestimmten sekundren Pflanzenstoffen sein, denn nur diese kommen fr solche Heilmechanismen in Frage.
Wegen seiner zusammenziehenden Eigenschaften hilft es bei Verdauungsstrungen und Durchfall.

Johanniskraut wird in der menschlichen Ernhrung und Heilung als Tee, l oder Tinktur eingesetzt.
Man verfttert die Blten und Bltter des Johanniskrauts. Die Bltter und Blten (sie sind besonders wertvoll) werden abgestreift und ins Weichfutter geben.
Wer will, kann das Johanniskraut sammeln, bndeln und an einem trockenen, schattigen Platz trocknen.

Teebereitung: innere Anwendung
1 Teelffel des getrockneten, auch frischen Krautes wird mit einer Tasse kochenden Wasser berbrht, nach 5 Minuten abgeseiht und ca. 50 %ig verdnnt, im Trinkwasser gereicht. Ich persnlich gebe noch etwas Traubenzucker zum Tee.

lbereitung: uere Anwendung sowie Zugabe zum Weichfutter und Krnerfutter
Die frischen Blten werden mit der dreifachen Menge Olivenl, in einer Flasche, drei Wochen in der Sonne destilliert. Im Anschluss mehrfach durch ein Leinentuch gegossen und dunkel aufbewahrt.
Eingesetzt bei frischen Wunden, Verbrennungen, Muskelrissen, Blutergssen und Quetschungen.
Es kommt nicht darauf an, mglichst groe Mengen zu sammeln und zu konservieren.
Sondern die Qualitt ist wichtig. Auch mu man die Pflanzenteile nicht jeden Tag verabreichen. Abwechselung ist auch hier angeraten.
www.finkenfranke.de