LIEBHABERVEREIN Kanarien- und Exotenfreunde e.V. ASCHERSLEBEN
Der Gesangskanarienvogel kam so um 1800 nach Deutschland, genau gesagt in den Oberharz. Der Harzer Roller wurde zum Devisenbringer. Er hatte um die Jahrhundertwende vom 19-20sten Jh. seinen Hhepunkt. Just zu dieser Zeit kamen auch die ersten Gesangskanarien nach Aschersleben. Unser Verein wurde 1890, als reiner Gesangskanarienverein, durch Handwerker und Kaufleute der Stadt Aschersleben, als " Verein der Zchter edler Kanarien Aschersleben " gegrndet.
Mitglieder der ersten Stunde waren G. HEYLAND, J. KAHMS und L. HOFFMANN.
Er erreichte bald eine groe Popularitt und die Mitgliedschaft nahm deutlich zu.
Bis zum ersten Weltkrieg stand der Verein in vollster Blte.

Die Kriegs- und Nachkriegsjahre brachten die Kanarienzucht und Vereinsarbeit fast ganz zum Erliegen. Doch schon 1920
ging es wieder aufwrts. Einige Zuchtfreunde wandten sich mehr und mehr der Farbkanarienzucht zu. Was aber in keinster Weise dem Verein schadete. Hierdurch erhielt der Verein neuerlichen Zulauf. Die ersten Erfolge waren nur eine Frage der Zeit. Deutlich sprechen alte Urkunden und Preise ihre Sprache.
1937 gelang dem Zchter BIBRACK mehr durch Zufall, eine zchterische Besonderheit, welche im damaligen Deutschen Reich Aufsehen erregte. Durch den Ausfall eines der beiden Fettfarbentwicklungsfaktoren bei hellen Kanarien, kam es zur Mutation von weissen Kanarien. Diese werden heute noch in der Kategorie "Deutschweiss" gefhrt.
Dies war zum damaligen Zeitpunkt eine Sensation und die ascherslebener Kanarienzucht war im In- und Ausland in aller Munde. Der zu dieser Zeit als Dachverband fungierende " Reichskanarienbund ", mit Sitz in Leipzig, wrdigte diese herausragende Leistung mit Orden und Ehrenzeichen.

Leider hatte der zweite Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen, viele Vgel vernichtet und manche Lcke in die Vereinsmitgliederschaft gerissen. Dennoch gab es in den schweren Nachkriegsjahren wieder einige altbewhrte Zuchtfreunde, welche den Verein neuerlich auf die Beine stellten.
Es waren grosse Entbehrungen von Nten um einen Vogel zu halten, denn die Futtergrundlage war fr Mensch und Tier gleichermaen schlecht.
Es dauerte schlielich bis zur Mitte der 50er Jahre, als der Verein einen ordentlichen Vorstand auf die Beine stellte.
Ein jedes Vereinsjahrzehnt hatte seine eigene Geschichte, welche mal positiv und mal weniger gut war.

1965 spaltete sich eine handvoll Zchter, die angeblich ein reiner Kanarienverein sein wollten, vom Stammverein ab.
Dieses Vorhaben milang, da der Fortschritt in der Vogelzucht nicht aufzuhalten war.
Es hatten lngst viele andere Vogelarten bei den Zchtern Einzug gehalten, was bis heute so geblieben ist.
Der Verein hie von nun an " Sparte SZG Kanarien und Exoten 1965 " und war jetzt im Verband der Kleingrtner, Siedler und Kleintierzchter (VKSK) organisiert. Den Vorsitz fhrte der Zuchtfreund Hermann BREITSCHUH.

Der Staatsapparat der DDR machte sich die aufstrebende Vogelzucht zur Devisenbeschaffung zu Nutzen. Die vom Staat gefrderte Massenzucht, wurde fortan auf dem Rcken der Vgel ausgetragen. Die minderwertige Qualitt bei Kanarien und Wellensittichen wurde nach der Wende mehr als deutlich. Im Zeitraum von 1967 bis 1989 wurden durch unseren Verein folgende Vgel zum Export geliefert; 2479 Wellensittiche, 1789 Kanarien, 845 Prachtfinken sowie 177 Grosittiche und Papageien. Die erwirtschafteten 73.000,- DDR-Mark waren sicher der Lohn fr die Mhe der Zchter. Die "harte Mark" hat sich aber die Honecker-Gilde in die Tasche gesteckt.

Die Spartenmitgliedschaft nderte sich laufend. ltere Zuchtfreunde hrten auf und neue, junge Vogelfreunde kamen hinzu. So war es auch in den siebziger Jahren. Anfang der 80er Jahre wurde es ruhig in der Sparte, den der hochbetagte Hermann BREITSCHUH tat kund, da er den Spartenvorsitz abgeben mchte.
Von 1981 bis 1986 fhrte der bis dahin zweite Vorsitzende, Zuchtfreund Ernst BEER, die in dieser Zeit sehr unruhige und wechselfreudige Sparte. Bis zum Zerfall der Spezialzuchtgemeinschaft (SZG) und des VKSK im Jahre 1990 bernahm dann der Zuchtfreund J. MLLER die Geschicke.

Durch die Wendezeit, welche berall ihre Spuren hinterlassen hat, schrumpfte die Mitgliederzahl um ein Drittel, auf 22 Vogelfreunde. Doch schon 1991 ging es wieder aufwrts. Bedingt durch den Zerfall der kleinen Vereine in der Umgebung von Aschersleben, hatte der Verein viele Neuanmaldungen.
Es kam zur Umstrukturierung des Vereins. Er beschloss eine Satzung, whlte einen neuen Vorstand und lie sich als "e.V."
beim Amtsgericht eintragen. Der neue Name lautet von nun an
" LIEBHABERVEREIN Kanarien- und Exotenfreunde e.V. ASCHERSLEBEN " 1890.
Die Fden hlt nun seit 23 Jahren der Zuchtfreund Eugen FRANKE, mit seinem bewhrten Vorstandsteam in der Hand.
silberne Ehrennadel
Urkunde von 1929
Med.f.verd.Leistungen
vom 22.11.1936
EP der Reichsfach-
gruppe von 1939
http://www.finkenfranke.de